Die Geschichte

1840

Die erste bekannte Darstellung des Gräberfeldes und erste Erwähnung des Namens „Sieben Berge“.

Die älteste bekannte Darstellung des Gräberfeldes und erste Erwähnung des Namens „Sieben Berge“ (Karte: Atlas des Königreichs Hannover und des Herzogtums Braunschweig von August von Papen)

1874

Die älteste Beschreibung des Gräberfeldes

Die Erforschung ab dem 20. Jahrhundert

Drei Akteure

Albert Genrich (1912–1997) Archäologe.
Seit 1936 war er am Landesmuseum Hannover tätig. Er betreute unter anderem denkmalpflegerisch das Gebiet westlich der Weser (Foto: nach G. Wegner 1997, 179).
Karl Hermann Jacob-Friesen (1886–1960) Archäologe.
Ab 1922 leitete er das Landesmuseum Hannover. 1953 – mitten in den intensiven Bemühungen um die Erhaltung der Stührener Grabhügel – wurde er pensioniert. (Foto: nach H. Gummel 1961, S. II–III)
Bernhard Dierking (1899–1963) Volksschullehrer in Heiligenfelde.
Ehrenamtlich engagierte er sich für die Vor- und Frühgeschichte in der Region und für den Erhalt des Gräberfeldes. 1938 wurde das Kreismuseum Syke auf seine Initiative gegründet. (Foto: Helmut Niedfeldt)

Karte der Ausgrabungen

Karte: M. Wesemann

1934

Ausgrabung Hans Peters

Mit Erlaubnis des Landrats grub der Korkfabrikant Hans Peters einen der großen Grabhügel aus. Einige der Funde sind unten zu sehen.

Zeichnung des von Peters ausgegrabenen Hügelgrab nach Erhard Cosack 1996.

Drei Funde aus der Ausgrabung von Hans Peters. Sie sind heute im Besitz des Focke-Museums in Bremen.

v. l. n. r.: Becher, Keramik, Stühren, 1500–1100 v. Chr.
Schale, Keramik, Stühren, 1500–1100 v. Chr.
Pfeilspitze, Feuerstein, Stühren, 1500–1100 v. Chr.
Leihgaben Focke-Museum Bremen

1937

Versuch einer Unterschutzstellung

Genrich: Nördlich der „Grossen Heide“ liegt eine Gruppe von mindesten 18 Hügeln. Es ist möglich, dass noch mehr Hügel vorhanden sind, die wegen des Unterholzes nicht gesehen wurde. Da diese Gruppe von Hügeln ausserordentlich schön am Rande eines Bachtales liegt, wurde der Pfleger Dierking beauftragt, Antrag auf Landschaftsschutz zu stellen.

1951

Voranschreitende Zerstörung

Jacobs-Friesen: Leider hat sich nicht verhindern lassen, dass Teile des Gräberfeldes durch Kultivierungsmaßnahmen zerstört und stark beschädigt wurden.

Der Lanz- Bulldog im Einsatz in Syke um 1950. Foto: H. Greve, Stadtarchiv Syke.

Einschätzung des Gräberfeldes durch Jacob-Friesen

Jacob-Friesen: Es handelt sich um eins der eindrucksvollsten Hügelgräberfelder […] So großartige Denkmäler sind aus Nordwestniedersachsen sonst nicht bekannt.

Sorge um das Gräberfeld

Genrich an Dierking: Wir müssen sehen, dass wir alle Möglichkeiten in dieser Hinsicht erschöpfen, damit uns niemand den Vorwurf machen kann, dass wir untätig der Beseitigung so wichtiger urgeschichtlicher Denkmäler zugesehen haben.

1955

1955 fand Wilhelm Siemer zufällig eine Urne auf seinem Land. In Anwesenheit von Bernhard Dierking wurde sie geborgen. Dierking fertigte diese Notiz und Skizze zum Fund an.

Fundnotiz und Skizze der Urne (Original: Kreismuseum Syke).
Der 15-jährige Sohn des Finders, Heinrich Siemer, machte ein Foto der Urne in situ (am Platz der Auffindung) mit der Kamera, die er zur Konfirmation geschenkt bekommen hatte (Foto: H. Siemer).

1972

Ankündigung der Zerstörung des letzten Hügelgrabes

Trotz aller Bemühungen schritt die Zerstörung des Gräberfeldes weiter voran. 1972 kündigte der Besitzer des Ackers mit dem letzten großen erhaltenen Hügelgrab an: „Ich beabsichtige, dieses Hügelgrab zu beseitigen“, da es bei der Bewirtschaftung des Ackers im Weg stehe. Dies konnte verhindert werden, wie das Foto vom letzten erhaltenen großen Grabhügel aus dem Jahr 1984 zeigt.

Das letzte große Hügelgrab 1984 (Foto: H. Böhnke).

1975-1978

Notgrabungen Cosack

Erhard Cosack, der Bezirksarchäologe des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, untersuchte neun der weitestgehend abgepflügten großen Hügelgräber, bevor diese endgültig von der Landwirtschaft zerstört wurden.

Eindrücke der Ausgrabungen 1977-1978 (Fotos: Helmut Niedfeldt)

2019

Genehmigung des Sandabbaus

Die Firma M+S Transportgesellschaft mbH & Co. KG erhält vom Landkreis Diepholz die Erlaubnis, auf ca. 35 Hektar in direkter Nachbarschaft zum letzten erhaltenen Grabhügel, Sand abzubauen

Genehmigte Fläche Sandabbau und Grabungsergebnisse bis 2023 (Karte: M. Wesemann).

2020-2023

Ausgrabungen Knof

Der Sandabbau wird in mehreren Abschnitten voranschreiten. Vor Beginn des Sandabbaus müssen die Abschnitte nach Auflage des Niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege archäologisch untersucht werden. Für die ersten beiden freigegebenen Abschnitte führte Olivia Knof im Auftrag der Firma Archäologische Dienstleistungen Blanck die Ausgrabungen durch.

Foto: O. Knof
Blick auf Grabungsfläche (Foto: O. Knof)