Transport im Neolithikum und in der Bronzezeit
Migration, Handel und Austausch waren stets wichtige Entwicklungsmotoren. Migrantinnen und Migranten aus dem sogenannten Fruchtbaren Halbmond (heute Syrien, Libanon, Palästina, Israel, Jordanien, Türkei, Irak) brachten den sesshaften Lebensstil, unsere heutigen Getreidesorten und Nutztiere wie Kuh, Ziege und Schaf aus ihrer Heimat mit. Auch das Wissen über die Verarbeitung von Bronze und Eisen wurde importiert. Rohstoffe wie Kupfer und Zinn, aus denen Bronze hergestellt wird, mussten über weite Strecken gehandelt werden. Ein Teil des Goldes des Gesseler Goldhorts stammt wohl aus Minen Zentralasiens. Diese überregionalen Kontakte wären ohne ein weitgespanntes Wegenetz und verlässliche Transportmittel nicht möglich gewesen.
Zu Wasser
Wasserwege waren wichtige Verkehrswege. Über sie konnten schwere Waren über weite Strecken transportiert werden. Weit verbreitetet waren aus einem Baumstamm hergestellte Einbäume. In der Bronzezeit sind in Nordeuropa Boote belegt, die mehreren Menschen Platz boten. Zur selben Zeit befuhren bereits Segelschiffe das Mittelmeer.
Zu Land
Mit viel Aufwand legten die Menschen bereits seit der Jungsteinzeit Moorwege an. Teilweise führten sie über mehrere Kilometer durch die Moore. Die aus Baumstämmen gefertigten Wege konnten auch mit Wagen befahren werden. Reste der Wagen finden sich immer wieder in den Mooren.
Zu Pferd
Unser heutiges Pferd stammt von den ersten gezähmten Pferden aus der pontisch-kaspischen Steppe ab. 2200-2000 v. Chr. verbreitete sich dieser Pferdetyp in Asien und Europa. Mit seinem fügsamen Verhalten und dem starken Rückgrat war es als Zug- und Reittier geschätzt. So fand sich im Grab eines 20-jährigen Mannes in Wildeshausen Zaumzeug als Grabbeigabe.